Kombu no tsukudani – In Sojasoße geschmorter Kombu
Der Name Tsukudani (佃煮) geht auf den Stadtteil Tsukudajima in Edo — dem heutigen Tokyo — zurück. Im 17. Jahrhundert ließen sich dort Fischer aus Tsukuda bei Osaka nieder und brachten ihre Konservierungsmethode mit: langes Schmoren in Sojasauce, Sake und Zucker, das Fisch wochenlang ohne Kühlung haltbar machte. Die Technik wurde bald auf andere Zutaten übertragen — Algen, Meeresfrüchte, Gemüse — und ist heute ein fester Bestandteil der japanischen Alltagsküche.
Das Kombu no Tsukudani ist eine der einfachsten und genialsten Ausdrucksformen dieser Tradition: Anstatt den Kombu nach der Dashi-Zubereitung wegzuwerfen, wird er zu einem konzentrierten, glänzenden, süß-salzigen Würzmittel voller Umami verarbeitet. In kleinen Mengen zu genießen — auf Reis oder in einem Onigiri.
Zutaten:
- 1 großes Blatt Kombu nach der Verwendung für eine Dashi (≈ 20 × 10 cm nach dem Einweichen)
- 2–3 EL Tamari (bevorzugt) oder Shōyu
- 1 EL Mirin
- 1–2 EL Reismalzsirup
- 2–4 EL Wasser oder Dashi
- Optional: Sesamsamen, geriebener Ingwer, Chili
Zubereitung:
- Fein schneiden: den Kombu in sehr feine Streifen schneiden (2–3 mm). Je feiner der Schnitt, desto angenehmer die Textur.
- Sanft köcheln lassen: den Kombu in einem kleinen Topf mit dem Tamari (oder Shōyu), dem Mirin, dem Reismalzsirup und dem Wasser (oder der Dashi) geben. Bei niedriger Hitze ohne Deckel erhitzen.
- Langsame Reduktion: 20 bis 40 Minuten köcheln lassen, gelegentlich umrühren. Die Flüssigkeit soll dick und glänzend werden, fast sirupartig.
- Fertigstellung: wenn kaum noch Flüssigkeit vorhanden ist, nach Wunsch Sesam, Ingwer oder Chili hinzufügen und den Herd ausschalten. Das Tsukudani soll gut konzentriert sein — süß-salzig, nicht trocken, aber klebrig.
Verwendung:
- Auf warmem weißem Reis
- In einem Onigiri
- Als Würzmittel zu gedünstetem Gemüse
- Als aromatischer Akzent in einer Schüssel Soba- oder Udon-Nudeln
Traditionelle Varianten:
- Kombu + Sanshō: sehr japanisch, leicht zitrusartig und pfeffrig
- Kombu + Shiitake: rehydrierte und in Scheiben geschnittene Shiitake von Anfang an mitkochen — weichere Textur
- Kombu + gehackte Umeboshi: salzig-sauer, hervorragend zu weißem Reis
Aufbewahrung:
- 2 bis 3 Wochen im Kühlschrank in einem luftdichten Glas
- Lässt sich auch gut in kleinen Portionen einfrieren